Meinung | Die Covid-Richtlinien, die uns nicht wirklich leiten

Werden die Stöße, die wir bekommen haben, uns retten? Am Ende ja: Sie werden einen exponentiell größeren Unterschied machen als alles andere. Aber im Moment hat die Antwort Sternchen. Es gibt Durchbruchinfektionen, die in den meisten Fällen mild oder asymptomatisch verlaufen, aber nicht in allen Fällen. Es gibt Menschen mit einem höheren Risiko. Es gibt Gründe zur Vorsicht. Und es gibt einen Ruf nach Booster-Shots, aber wie oft in der Zukunft und wie weit hinein?

Logistisch, sozial und wirtschaftlich war das erste Kapitel von Covid sicherlich das Schlimmste. Wir waren total dicht. Wir waren total ausgeflippt. Die Leute konnten nicht arbeiten, konnten ihre Lieben nicht sehen, konnten nicht begreifen, wie sich so viel so schnell verändert hatte. Im Central Park gab es ein provisorisches Krankenhaus. Die Sirenen von Krankenwagen heulten Tag und Nacht, überall in den Städten von Küste zu Küste.

Aber ist das aktuelle Kapitel in gewisser psychologischer Hinsicht vielleicht das anspruchsvollste von allen? Wir dachten, wir wären um die Ecke gekommen, nur um zu erfahren, dass wir es nicht getan haben, und wir sind weder isoliert noch befreit. Unsere Marschbefehle sind fließend und fühlen sich weniger wie Befehle als wie Vorbehalte an, die uns nicht zum Gehorsam, sondern zur Weisheit drängen, was noch schwieriger ist. Uns wird nicht gesagt, dass wir alle Aktivitäten wie gewohnt aussetzen sollen, was ein verdauliches, wenn auch schreckliches Kommando ist, aber wir werden ermutigt, viele Aktivitäten auszusetzen oder zu ändern, vielleicht für die nächste Woche, vielleicht für diesen ganzen Monat, vielleicht nicht für den nach einem, aber vielleicht wieder im November, wenn das Quecksilber sinkt, gehen wir nach drinnen und Thanksgiving watschelt in Sicht.

Ich habe damit absolut kein Problem. Ich bin damit einverstanden. Aber ich erkenne auch an, dass dieser sich verschiebende, formlose Horizont mit einer ganzen Menge in der menschlichen Natur und einer Menge in der amerikanischen Psyche im Krieg steht, und in diesem Fall spreche ich nicht über den Teil der individuellen Freiheit.

Ich rede von der Ungeduld. Ich spreche von der Gewissheit und dem Absolutismus des Social-Media-Zeitalters. Wir sind zunehmend ein Land des Entweder/Oder, Pro/Kontra, tugendhaft/beklagenswert, alles/nichts. Und die Pandemie lässt sich im Moment in keine Dichotomie quetschen. Es wird auch nicht zu seinem Ende getrieben.

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