Im leeren Amsterdam den Tourismus überdenken

Die Unterstützung der Prostituierten und Coffeeshop-Besitzer wurde in mehreren Interviews mit Amsterdamer Bewohnern bestätigt, darunter Roy Van Kempen, ein 31-jähriger Marketingmanager, der seit 2008 in Amsterdam lebt.

„Paris hat den Eiffelturm, und wir haben das Rotlichtviertel und die Idee, dass in Amsterdam alles möglich ist. Und ich würde es gerne so lassen “, sagte er.

Aber Irina, Herr Helms, Herr Van Kempen und ein halbes Dutzend anderer befragter Amsterdamer waren sich einig, dass das Stadtzentrum ein großes Problem hat: Eine touristische „Monokultur“ hat Wurzeln geschlagen, und die Bewohner werden vertrieben. Unternehmen und Dienstleistungen, die früher für Einheimische bestimmt waren – hochwertige Bäckereien, Metzgereien und dergleichen – wurden durch Schmuckgeschäfte, Eisdielen und „Nutella-Läden“ ersetzt, in denen Waffeln zum Mitnehmen und andere in der Haselnuss verschmierte Leckereien serviert werden verbreitet, vor allem auf Touristen. In der Zwischenzeit haben steigende Immobilienpreise – teilweise aufgrund des Anstiegs von Airbnb und anderen Plattformen für Ferienwohnungen – das Stadtzentrum für viele Einheimische unerschwinglich gemacht.

Diese Monokultur sei im vergangenen Jahr ins Rampenlicht gerückt worden, sagte Frau Udo und fügte hinzu, sie sei beeindruckt gewesen, wie verlassen sich das Stadtzentrum während der Pandemie gefühlt habe, insbesondere im Vergleich zu anderen Teilen Amsterdams. “Das war ein echter Augenöffner”, sagte sie. “Es gibt nicht genug Menschen, die dort leben und arbeiten, um diese Lebendigkeit wieder in die Nachbarschaft zu bringen, wenn die Besucher weg sind.”

Neben den vom Büro des Bürgermeisters vorgeschlagenen Einschränkungen haben Stadtbeamte und einige Einwohner auch versucht, die mit dem Tourismus verbundenen Probleme, von denen einige vor der Pandemie mit Erfolg eingeführt wurden, weicher anzugehen.

Eine wichtige Strategie bestand darin, Besucher zu erreichen, bevor sie überhaupt ankommen. Amsterdams Kampagne „Enjoy and Respect“, die 2018 gestartet wurde, zielte auf die Hauptursache der Verhaltensprobleme ab – niederländische und britische Männer zwischen 18 und 34 Jahren – mit Nachrichten über die Geldstrafen, die durch Urinieren auf der Straße, Müll oder Betrinken entstehen könnten in öffentlichen Bereichen. Eine nachfolgende Umfrage ergab, dass die Nachrichten zumindest einen Teil dieses Publikums erreicht hatten, aber die Messung der Effektivität der Kampagne hat sich als Herausforderung erwiesen.

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