Die Uhr aus dem Weltraum

An der Wende des 19. Jahrhunderts wurde die westliche Kultur von Meteoren und anderen astronomischen Phänomenen fasziniert. Etwa zur gleichen Zeit machten zwei 800 Meilen voneinander entfernt arbeitende Männer – der österreichische Drucker Graf Alois von Beckh Widmanstätten und Guglielmo Thomson, ein englischer Mineraloge mit Sitz in Neapel – eine ähnliche Entdeckung: Behandelt man einen aufgespaltenen Meteoriten auf Eisenbasis mit einem milden Salpetersäurelösung entsteht ein auffallend kompliziertes kristallines Gitter. Heute nennt man das Motiv die Widmanstätten-Muster oder die Thomson-Strukturen, aber egal, wem Anerkennung gebührt, sie gehören zu den hypnotischsten Kreationen der Natur. Rolex, der Schweizer Uhrmacher, hat in der Vergangenheit Meteoriten für seine Zifferblätter verwendet und dünne Scheiben mit Messing hinterlegt, aber jetzt hat das Unternehmen seinen ikonischen Cosmograph Daytona mit einem Zifferblatt aus einer massiven Platte aus chemisch behandeltem gefallenen Stern neu erfunden. Eingehüllt in Roségold, Weißgold oder Gelbgold (wie abgebildet) verleiht die geätzte Oberfläche dem berühmten Zeitmesser eine überirdische Patina – buchstäblich – die ihn praktisch in die Stratosphäre hebt. Rolex-Kosmograph Daytona, $ 41.000, www.rolex.com.

Fotoassistentin: Emilie Fong

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